Esel und Eule

Ein Esel bat einst ehrfürchtig um eine Audienz bei der Eule. Geneigten Hauptes stellte er sich vor, und offenbarte sein Anliegen. „Eule, als dumm und stur werde ich oft verschrien, bin gar das Sinnbild für derartige Laster und Untugenden. Mein Name ist eine Beleidigung, meine Ohren Verunglimpfungen der Literatur, meine Brücken sind die Wege der Einfältigen. Drum möchte ich fragen: Wie erlange ich Weisheit?“

Die Eule schaute von ihrem Ast auf den Esel herab. „Weisheit…“, fing sie an und dachte einige Momente nach. „Weisheit ist nur schwer zu erlangen“, sagte sie schließlich und verfiel in ein selbstgerechtes Schweigen.

„Habt Dank“, sagte der Esel, neigte den Kopf und zog von dannen.

Moral: Ein wahrer Meister ist nicht zwangsläufig ein guter Lehrer.

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