Das Nilpferd

Ein Nilpferd stand an einem See und beobachtete eine Herde Einhörner. Es war neidisch, denn es bewunderte sie. Ihre Eleganz, ihre Anmut, ihre Schönheit.

„Das sind auch nur Pferde mit Hörnern“, sagte die Mutter des Nilpferds eines Tages und dachte, das Thema sei damit erledigt.

„Aber wir sind doch Nilpferde, oder?“, fragte das Nilpferd daraufhin.

„Ja“, antwortete die Mutter, „Wieso?“

„Dann bräuchte ich ja nur ein Horn, dann wäre ich ein Nileinhorn!“, sagte das Nilpferd, und seine Mutter schüttelte den Kopf.

„So einfach ist das nicht…“, sagte sie, da war das Nilpferd aber schon verschwunden.

Das Nilpferd lief so schnell es konnte zu einer Gruppe von kleinen Bäumen und Büschen und machte sich auf die Suche. Jeden einzelnen Ast studierte es ganz genau, bis es einen fand, der ihm gefiel. Es stemmte sich sachte dagegen und der Ast brach ab. Dann suchte es sich eine Liane und bat einen Affen, ihm den Ast am Kopf festzubinden. Der Affe tat, worum das Nilpferd bat, und schon hatte es einen Stock am Kopf.

Stolz ging das Nilpferd zurück zum See und stellte sich neben die Einhörner.

„Was bist du denn?“, sagte eines der Einhörner.

„Ich bin ein Nileinhorn“, sagte das Nilpferd vergnügt und deutete auf den Ast.

„Das soll ein Horn sein? Das sieht ja lächerlich aus. Du denkst, das macht dich zu einem Einhorn? Du bist viel zu fett, deine Zähne sind zu groß, deine Füße zu breit und…“

Da packte das Nilpferd das Einhorn und brach ihm das Genick.

Moral: Provozier niemals ein Nilpferd. Die Dinger sind mordsgefährlich.

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